Was ist das Internet? Teil 3: Die letzten Meter bis in deine Wohnung

Ob Telefonleitung, Fernsehkabel, Glasfaser oder Funk: Teil 3 der Serie zeigt, wie das Internet bis in deine Wohnung gelangt, was der Router dort alles erledigt und wie du selbst messen kannst, wie schnell dein Anschluss wirklich ist.

Was ist das Internet?
Teil 3: Die letzten Meter bis in deine Wohnung

Im Hausflur kniet ein Techniker vor der Kellertür. Er hat ein Loch durch die Wand gebohrt und zieht ein Kabel hindurch, kaum dicker als eine Stricknadel. Darin steckt eine Faser aus Glas, dünner als ein Haar. Eine Stunde später hängt neben dem Sicherungskasten ein weißes Kästchen mit einem grünen Lämpchen. Das Lämpchen bedeutet: Hier kommt jetzt Licht an.

So sieht es aus, wenn ein Haus Glasfaser bekommt. Es ist einer von vier Wegen, auf denen das Internet heute bis in eine Wohnung gelangt. In den ersten beiden Teilen dieser Serie ging es um Pakete, Router und den großen Knoten in Frankfurt. Dieser dritte Teil folgt den Paketen über die letzten Meter, bis zu deinem Sofa.

Der Router: das Tor deiner Wohnung

Das wichtigste Gerät steht meist unauffällig im Flur oder neben dem Fernseher: der Router. Viele kennen ihn unter einem Markennamen. Er erledigt mehrere Aufgaben gleichzeitig.

Erstens übersetzt er. Die Leitung, die ins Haus führt, überträgt Signale in einer Form, die dein Tablet nicht versteht: elektrische Schwingungen auf einem Kupferdraht oder Lichtblitze in einer Glasfaser. Der Teil des Geräts, der das übersetzt, heißt Modem. Bei DSL und Kabel steckt er fast immer im Router. Bei Glasfaser hängt er oft als eigenes Kästchen an der Wand, das Glasfaser-Modem aus der Szene oben.

Zweitens vermittelt er. Der Router ist genau der Router aus dem ersten Teil, nur in klein. Er reicht Pakete zwischen deinen Geräten und dem Netz deines Anbieters hin und her. Dabei zeigt er nach außen nur eine einzige Adresse. Deine Geräte bekommen im Haus eigene, interne Adressen. Von außen sieht man nur den Router, nicht dein Tablet.

Drittens funkt er. Der eingebaute WLAN-Sender verbindet deine Geräte ohne Kabel mit dem Router.

Weil der Router das Tor zwischen deiner Wohnung und dem Internet ist, verdient er Pflege. Prüfe in seinen Einstellungen, ob automatische Updates eingeschaltet sind. Der Hersteller schließt damit Sicherheitslücken, wie sie im zweiten Teil beschrieben wurden.

DSL: Internet über die alte Telefonleitung

DSL nutzt die Kupferleitung, über die früher nur telefoniert wurde. Sie führt von deiner Telefondose zu einem grauen Verteilerkasten am Straßenrand. Von dort geht es heute meist per Glasfaser weiter zum Anbieter.

Kupfer hat eine Schwäche: Je länger die Leitung, desto schwächer das Signal. Wer 200 Meter vom Verteilerkasten entfernt wohnt, surft schneller als jemand am Ende einer langen Straße. Die schnellste DSL-Variante, Supervectoring, schafft bis zu 250 Megabit pro Sekunde, aber nur auf kurzen Leitungen.

Kabel: Internet über den Fernsehanschluss

Wer Kabelfernsehen hat, hat auch eine Leitung fürs Internet: das dicke, runde Koaxialkabel, das aus der Antennendose kommt. Kabelanbieter verkaufen darüber Anschlüsse mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde. Das Gerät dazu heißt Kabelrouter oder Kabelmodem.

Beim Kabel teilen sich mehrere Haushalte in der Nachbarschaft einen Leitungsabschnitt. Sind abends viele gleichzeitig online, schauen Filme oder telefonieren per Video, kann es für alle langsamer werden. Das ist kein Defekt, sondern Folge der Bauweise.

Glasfaser: Licht bis in die Wohnung

Bei Glasfaser bis ins Haus, Fachleute sagen FTTH für „Fiber to the Home“, reicht das Glas ohne Kupfer-Zwischenstück vom Anbieter bis in deine Wohnung. Die Daten reisen als Lichtpulse. Licht in Glas verliert auf Hunderten Metern kaum an Kraft, die Entfernung zum Verteiler spielt deshalb praktisch keine Rolle. Übliche Tarife liegen bei 1.000 Megabit pro Sekunde, technisch ist deutlich mehr möglich.

Laut Bundesnetzagentur hatten Mitte 2025 rund 5,8 Millionen Haushalte und Firmenstandorte in Deutschland einen aktiven Glasfaseranschluss, etwa 13 Prozent aller Anschlüsse. Weitere 3,7 Millionen Anschlüsse waren fertig gebaut, aber noch nicht gebucht. Wenn also bei dir jemand klingelt und für Glasfaser wirbt, ist das kein Zufall: Der Ausbau läuft, und die Anbieter suchen Kunden für die neuen Leitungen.

Mobilfunk: Funk zum Mast

Dein Smartphone braucht keine Leitung. Es funkt zum nächsten Mobilfunkmast, und von dort geht es per Glasfaser oder Richtfunk weiter ins Netz des Anbieters. Die Generationen heißen 4G, auch LTE genannt, und 5G. Im Juli 2025 war laut Bundesnetzagentur rund 94,6 Prozent der Fläche Deutschlands von mindestens einem Netzbetreiber mit 5G versorgt. Ob dein eigener Anbieter an deinem Ort dazugehört, steht damit noch nicht fest.

Die Geschwindigkeit im Mobilfunk schwankt stärker als bei Leitungen. Sie hängt davon ab, wie weit der Mast entfernt ist, wie viele Menschen in derselben Funkzelle unterwegs sind und wie dick die Wände um dich herum sind. Manche Haushalte nutzen Mobilfunk auch als Hausanschluss, mit einem LTE- oder 5G-Router.

WLAN: das Funknetz in der Wohnung

Egal, welche Leitung ins Haus kommt: In der Wohnung übernimmt meist das WLAN. Es funkt zwischen deinen Geräten und dem Router, ähnlich wie ein schnurloses Telefon. Wände, Decken und Möbel schlucken einen Teil des Signals. Ein Tablet im Schlafzimmer zwei Räume weiter bekommt deshalb oft weniger ab als eines direkt neben dem Router.

Ein schneller Anschluss nützt wenig, wenn das WLAN der Engpass ist. Bei großen Wohnungen oder mehreren Stockwerken helfen zusätzliche Funkstationen, sogenannte Repeater oder Mesh-Systeme. Sie verteilen das Signal weiter.

Das WLAN ist durch ein Passwort geschützt, das meist auf einem Aufkleber am Router steht. Damit verschlüsselt der Router den Funkverkehr in deiner Wohnung. Wer das Passwort nicht kennt, kommt nicht hinein und kann nicht mitlesen.

Messen statt raten

Ob dein Anschluss hält, was der Vertrag verspricht, kannst du selbst prüfen. Die Bundesnetzagentur bietet dafür eine kostenlose Messung an.

  1. Öffne deinen Internetbrowser, etwa Chrome, Edge oder Firefox.
  2. Tippe oben in die Adresszeile breitbandmessung.de ein und drücke die Eingabetaste.
  3. Klicke im Menü oben auf „Browsermessung“.
  4. Starte die Messung und folge den Hinweisen auf der Seite.
  5. Lies nach etwa einer Minute die Werte für Download und Upload ab. Sie stehen in Megabit pro Sekunde, genau wie im Vertrag.

Am genauesten misst du mit einem Rechner, der per Netzwerkkabel am Router hängt. Über WLAN misst du sonst die Funkstrecke in der Wohnung mit. Schließe vor der Messung andere Programme und lass niemanden im Haushalt gleichzeitig Filme streamen.

Zwei Buchstaben, sechs Milliarden Menschen

1969 kamen zwei Buchstaben an, dann stürzte der Rechner ab. Heute schickt dein Tablet ein ganzes Fotoalbum auf die Reise, zerlegt in Pakete, durch Router und Glasfaser, über einen Knoten in Frankfurt bis zu einem Server irgendwo auf der Welt. Die Regeln dahinter sind im Kern dieselben geblieben.