Digitale Teilhabe

Digitale Teilhabe

Dazu gehören, statt dumm zugucken

Den Alltag leichter machen!

„Digitale Teilhabe“ klingt nach komplizierter Technik. Gemeint ist aber etwas ganz anderes: dazugehören, mitreden und den Alltag mit dem Internet durch den Einsatz von Technik etwas leichter machen.

  • Stell dir vor, du kannst auf dem Handy deine Enkelin sehen, während sie erzählt, wie ihr Schultag war, egal ob sie zwei Straßen weiter wohnt oder in Kanada.
  • Du kannst mit dem PC die Überweisung erledigen, ohne zur Bank zu laufen oder Angst vor Betrügern zu haben.
  • Du kannst Fotos mit dem Handy machen und wiederfinden, ohne stundenlang in der Liste aller deiner Fotos zu suchen.
  • Du kannst Nachrichten und Bilder verschicken und das nicht nur mit WhatsApp.
  • Du kannst auf einer Landkarte neue Reiseziele suchen und Urlaubshotels im Detail betrachten und bewerten.
  • Du bist sicher im Netz unterwegs, ohne ein Opfer von Betrügern zu werden.

Genau das ist „Digitale Teilhabe“. Es geht nicht um die Technik, sondern um das, was sie möglich macht.

Du bist nicht alleine!

Viele, die mit dem Handy und dem Internet nicht weiterkommt, sagen „Da habe ich schon keine Lust mehr!“. Überall nur komplizierte Erklärungen, die man nicht versteht und keine einfache, schnelle Lösung.

So wie dir geht es anderen auch.
Es spricht nur keiner davon.

54%

der Senioren schätzen ihre Digitalkompetenz als eher mangelhaft ein.

57%

der Senioren fühlen sich vom Internet und ihrem PC/Handy überfordert.

72%

der Senioren würden gerne mehr digitale Angebote nutzen, wenn es ihnen jemand in Ruhe erklären würde.

(C) „Digitale Teilhabe“ Bitkom-Studie 2025

Es ist kein Zeichen von Dummheit oder fehlendem Talent, wenn sich das Internet anfühlt, als wäre man in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht. Es ist ein Zeichen davon, dass dir noch nie jemand in Ruhe gezeigt hat, wie die Sache funktioniert. Ich zeige dir das alles ausführlich, und die bringst die Ruhe und Muße dazu mit.

Und ja, du musst ein bisschen dafür Zeit einbringen, Neues verstehen wollen und die Anwendung üben. Aber du hast ein Berufsleben gemeistert, vielleicht Kinder großgezogen, einen Haushalt organisiert, Krankheiten überstanden und Krisen gemeistert. Verglichen damit ist „Digitale Teilhabe“ eine überschaubare und lohnende Aufgabe.

Wie gehen wir hier vor?

„Digitale Teilhabe“ erfordert die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen. Hier ein Beispiel. Angenommen, du möchtest Nachrichten im Internet lesen und weißt nicht wie. Jemand hilft dir und sagt dabei:

Mache die Seite tagesschau.de mit dem Chrome Browser auf.

Genau hier entsteht der Frust und das Gefühl, komplett überfordert zu sein. Du hörst komische Fachbegriffe und hast hat das Gefühl, in einem fremden Land die Sprache nicht zu sprechen. Der Helfer sieht deine Not und sagt: Klick mal hier auf dieses Symbol und gib dann da, wo „Suchbegriff oder URL eingeben“ steht, „tagesschau.de“ ein. Das löst zunächst mal dein Problem, aber wie ist es bei der nächsten Anforderung?

Besser wäre es, du hättest verstanden, dass es auf dem Handy oder dem PC eine Funktion mit dem Namen „Browser“ (sprich Brauser) gibt. Außerdem scheint es unterschiedliche Browser zu geben, denn hier wird der „Chrome Browser“ genannt. Dann muss man verstanden haben, dass man damit offensichtlich „ins Internet“ kommt. Und dass es im Internet Seiten gibt, die einen Namen haben.

Das ist die Philosophie dieses Blogs: Zusammenhänge erklären, nicht Klicks auswendig lernen.

Digitale Teilhabe braucht Kompetenz

Sechs Fähigkeiten und Kompetenzen wirst du hier lernen.

  • Technische Grundlagen verstehen
    Du wirst die folgenden Zusammenhänge verstehen: Ich gehe mit dem Browser ins Internet und nutze zu Hause dabei mein WLAN. Kürzlich habe ich für Windows ein großes Update installiert. Auf meinem Handy habe ich die Apps aus dem APP-Drawer auf den Desktop gezogen. Seit letzter Woche verwende ich einen Password-Manager und wenn ich neue Credentials registriere, verwende ich gleich sichere Passworte.
  • Sicher im Netz unterwegs
    Betrug im Netz sieht heute oft täuschend echt aus, angeblich von der Bank, angeblich vom Enkel in Not. Du lernst, solche Maschen auf den ersten Blick zu erkennen. Du wählst ein Passwort, das wirklich schützt. Und du lernst, welche Daten du preisgeben kannst und welche du besser für sich behältst.
  • Suchen, finden, bewerten
    Eine Suchmaschine oder die KI liefert in Sekunden hunderte Antworten. Aber welche ist korrekt? Du lernst, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden, Ergebnisse gezielt einzugrenzen und eine Behauptung im Zweifel schnell selbst zu überprüfen, bevor du sie glaubst und weiterleitest.
  • Kommunikation – mehr als WhatsApp
    E-Mail für Behörden und Vereine, Videoanruf für die Familie oder eine schnelle Internetbesprechung im Verein, ein Kalender, der an Termine erinnert: Kommunikation im Netz ist ein ganzer Werkzeugkasten. Ich zeige dir, welches Werkzeug wofür taugt, und wie du zwischen ihnen wechselst, ohne dich zu verheddern.
  • Dokumente und Fotos organisieren
    Tausende Fotos auf dem Handy, aber keines wiederfinden. Du lernst, Ordner sinnvoll anzulegen, Dateien in der Cloud zu sichern und wiederzufinden. Eine Sicherungskopie ist essentiell, denn JEDES Gerät geht irgendwann kaputt oder wird geklaut. Und die Kopie von vor 8 Monaten auf dem Stick ist auch weg, weil du den Stick mit der Partymusik überschrieben hast.
  • Lösungen für Fehler suchen und finden
    Irgendwann hängt sich jedes Gerät auf, jede App verweigert irgendwie den Dienst. Entscheidend ist dann, nicht gleich frustriert aufzugeben. Du lernst, in Ruhe hinzusehen. Meistens steht die Lösung schon in dem, was nicht funktioniert. Und wenn du selbst nicht weiter kommst, kannst du eine sinnvolle Fehlermeldung abgeben, z.B.: „Meine Webseite läd nicht.“ anstatt „Es geht nicht“. – „Was geht denn nicht?“ – „Ja was weiß ich, geht halt nicht.“

Digitale Teilhabe ist dein Recht – hol es dir!

Mehr als 75% der Senior*innen über 65 nutzen das Internet und sagen: „Ein Leben ohne Internet kann ich mir nicht mehr vorstellen.“ Wohlgemerkt, Senioren über 65, nicht Kinder oder Jugendliche. Diese Zahlen veröffentlicht der Bitkom e.V., der größte europäische Digitalverband. Der Bitkom publiziert seine Position zur Digitalen Teilhabe so:

Digitalisierung ist kein Thema für Wirtschaft oder Verwaltung allein, sie ist zuallererst ein gesamtgesellschaftlicher Prozess. Schon vor 20 Jahren wurde der „Digitale Graben“ beklagt, und dennoch ist die Gesellschaft weiterhin geteilt in Onliner und Offliner, 65% der Deutschen sehen die Gesellschaft digital gespalten. Künftig müssen alle Menschen an der Digitalisierung teilhaben können, im Privaten wie am Arbeitsplatz, in der Stadt und auf dem Land, von klein auf bis ins hohe Alter und unabhängig von Bildungs- oder Kontostand.

Dazu brauchen wir eine große Lösung. Deutschland braucht ein Recht auf digitale Bildung, das sicherstellt, dass staatlich (co-)finanzierte Bildungsangebote bei Bedarf immer auch ohne größere Abstriche auf digitalem Weg wahrgenommen werden können. Aber digitale Teilhabe geht weiter: Wer sich aktiv auf die Zukunft vorbereiten möchte, muss dabei besser unterstützt werden.