Wann und wozu brauche ich ein VPN?

Definition

Ein VPN (Virtual Private Network (virtuelles privates Netzwerk) dient dazu, die übertragenen Daten in Netzwerken (Internet) zu verschlüsseln und dadurch vor Angreifern zu verbergen. Welche Seiten du besuchst und was du dort gelesen hast, bleibt also geheim. Niemand kann mitlesen. Diese Software verschlüsselt den Datenverkehr und leitet deinen Internetverkehr über den VPN Anbieter weiter. Am Ende, also an der von dir besuchten Webseite, erscheint der VPN Anbieter als Anwender, und nicht du.

Wie funktioniert ein VPN technisch?

Man installiert eine spezielle Software von einem renommierten Anbieter (NordVPN, ProtonVPN …) auf jedem Endgerät (Notebook, Handy, Tablet), das man schützen möchte. Der Aufwand dazu ist auf deiner Seite überschaubar und verursacht Kosten von ca. 5-10€ im Monat.

Man muss diese Software konfigurieren, was ein gewisses Grundverständnis erfordert. Das Verschlüsseln mindert übrigens die Leistung des Endgerätes und die Übertragungsgeschwindigkeit. Dieser Effekt ist besonders auf älteren Geräten spürbar. Ein Handy ist nach 3 Jahren alt und nach 4 Jahren steinalt.

VPN – Sinnvoll und notwendig?

Unter welchen Umständen ist der Einsatz eines VPNs für den privaten Anwender, der im Internet unterwegs ist, sinnvoll und aus Sicherheitsgründen erforderlich?

Es gibt für den privaten Anwender eigentlich nur die Notwendigkeit für einen zusätzlichen Schutz durch ein VPN, wenn man in öffentlichen WLANS unterwegs ist. Das ist z.B. im Urlaub im Hotel, am Flughafen, im Zug, im Restaurant der Fall. Öffentliche WLANs können unverschlüsselt oder verschlüsselt sein. Ich halte auch verschlüsselte, öffentliche WLANs grundsätzlich für unsicher. Begründung: Keiner kann garantieren, dass der Betreiber des WLANs vertrauenswürdig oder technisch kompetent ist.

WLAN / Mobilfunk

Ein Mobilfunknetz ist in der Regel bereits verschlüsselt und die Gefahr eines Angriffs ist sehr gering. Die direkte Kommunikation mit einem Handy über Mobilfunk im europäischen Rechtsraum halte ich für sicher. Allerdings kostet diese Kommunikation natürlich Traffic (Handy aufladen), was wiederum dazu führt, im Urlaub ins ein WLAN auszuweichen.

VPN ist kein Universalschutz

Ein VPN ist kein Schutz vor Viren (Malware), Phishing, kompromittierten Websites oder bösartige E‑Mail‑Anhängen, denn es schützt nur den Transportweg ins und durch das Internet. Sehr viel gefährlicher sind betrügerische Mails oder Anrufe, die mit dubiosen Links auf kompromittierte Seiten locken (Stickwort Phishing). Der Betrüger möchte deinen Zugang zu deiner Bank abfangen und dann dein Konto plündern. Dagegen kann dich ein VPN nicht schützen.

VPN als Freiheitsschutz

Die Situation ist bei bedrohter Freiheit in autoritären Ländern natürlich völlig anders, neuerdings in den USA. In solchen Fällen wird angepasstes Wohlverhalten staatlich überwacht. In diesem Fall kann ein VPN helfen, deine Freiheit zu schützen. Auch Journalisten schützen sich unterwegs meistens durch ein VPN.

Es gab einen Zwischenfall, bei dem hochrangige deutsche Luftwaffengenerale an einer Videokonferenz aus einem Hotel in Taiwan ohne VPN teilgenommen haben, was extrem leichtsinnig war. Zwei Stunden später war ein Mitschnitt dieser Konferenz auf russischen Medien öffentlich. Es ging bei der Konferenz um den Einsatz des deutschen Marschflugkörpers Taurus in der Ukraine, also eine hochpolitische Angelegenheit. Der verantwortliche General stand kurz vor dem Rauswurf.

Fazit

Ein VPN ist in öffentlichen WLANs unterwegs und im Urlaub sinnvoll. Ebenso sollte man in politisch instabilen oder potentiell autokratischen Ländern (USA) seine Kommunikation mit dem Handy schützen.

Die Verwendung eines VPNs aus dem verschlüsselten WLAN zu Hause ist nicht erforderlich und bringt keinen Sicherheitsvorteil.

Quellen

Der Taurus-Abhör-Skandal >KLICK<
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Thema VPN >KLICK<